| Unbeeindruckt von antimasturbatorischen
Schreckensvisionen zeigte sich (vermutlich) Schlegel. Das zweite der Zehn
Sonette preist die Masturbation:
Du meine Hand bist mehr als alle Weiber,
Du bist stets da, wie keine Frau erprobt,
Du hast noch nie in Eifersucht getobt,
Und bist auch nie zu weit, du enger Reiber.
Ovid, mein Lehrer weiland, hat dich recht
gelobt,
Denn du verbirgst in dir ja alle Leiber,
Die ich mir wünsche. Kühler
Glutvertreiber,
Dir hab` ich mich für immer anverlobt.
Ich stehe stolz mit dir im Raume
Und streichle meine bläulichrote
Glans;
Schon quirlt sich weiß der Saft
zum Schaume.
So zieh` ich aus Erfahrung die Bilanz:
Die Zweiheit freut mich nur im Wollusttraume,
Sonst paart sich meine Faust mit meinem
Schwanz.
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