| Die römische
Sexualmoral unterscheidet sich in ihrer „Unterordnung weiblicher Interessen
unter die Erfordernisse des patriarchalischen Staatssystems“ Dabei entsprach die passive Rolle nicht
immer unseren Vorstellungen. So galt bei den Römern der Fellator,
also der Schwanzlutscher als passiv, da sein Mund analog zur Scheide als
empfangendes Organ gesehen wurde. |
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| "Mama,
ich weiß, warum Papi einen so dicken Bauch hat. Ich habe heute früh
gesehen, wie das Kindermädchen ihn aufgeblasen hat."
Die meisten Römer waren wohl bisexuell.
Aber wie die Griechen kannten auch sie einen Begriff wie "bisexuell" gar
nicht, weil Bisexualität als etwas Selbstverständliches, Normales
galt. Jeden aktiven Geschlechtsverkehr hielten die Römer für
gesund. |
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| Ansonsten sah man
die Dinge locker wie Horaz: "Wenn nicht zu bezwingen der Trieb der Natur
entflammt, ist die nächste Nackte mir recht, die beim Scheine der
Lampe den Geilen befriedigt, wackelt sie nur mit dem Steiß und reitet
hurtig auf mir dann." Bis kurz vor Christi Geburt war jede Vergewaltigung eigener Sklaven straffrei, da ein Sklave nicht als Mensch, sondern als Sache galt, die rund 500 Euro kostete. Handelte es sich bei dem Opfer allerdings um die Sklavin eines anderen, die je nach Aussehen bis zu 3500 Euro wert war, konnte der Täter wegen Sachbeschädigung vor Gericht gebracht werden. |
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| Zu den bedeutendsten
Kulturleistungen der Menschheit und vorwiegend von Frauen erbracht gehört
die Empfängnisverhütung. Sie erst macht aus dem jährlichen
Wurf, um den man sich wenig kümmerte, das Kind. Die Empfängnisverhütung,
erst seit wenigen Jahrzehnten sicher praktizierbar, war die Voraussetzung
für eine relativ bewusste Erziehung, Entwicklung, Förderung Neugeborener
und zugleich - aber dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen
- die Bedingung weiblicher Emanzipation von der Männerherrschaft.
Obwohl die Geburtenrate seit dem 2. Jh. vor Christi wohl wegen des bleivergifteten Trinkwassers stark gesunken war |
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| Ein
Krankenhauspatient liegt im Sterben. Die Verwandten streichen um sein Bett
herum und wollen ihn dazu bewegen, das Testament zu unterschreiben, aber
er ist bewusstlos. Auf Zehenspitzen machen sie sich davon, lassen ihn in
der Obhut der Nachtschwester zurück und schärfen ihr ein, ihm
alles zu geben, was er verlangt, aber dafür zu sorgen, dass er morgen
früh noch am Leben ist und das Testament unterschreiben kann. Beklommen
setzt sie sich mit ihrer Frauenzeitschrift und einer Tasse Kaffee ans Bett
und macht sich auf eine lange Nacht gefasst. Gegen drei Uhr morgens rührt
sich der Patient, stöhnt und setzt sich auf. "Schwester", sagt er,
"Schwester, ich sterbe!" "Schon gut, mein Herr. Legen Sie sich hin und
verhalten Sie sich ganz ruhig. Es wird alles wieder in bester Ordnung sein."
"Nein", sagt er, "Sie können mir nichts weismachen. Mit mir ist es
aus, das weiß ich." "Kann ich irgend etwas tun, um sie zu trösten?"
fragt die Schwester. Er mustert sie mit trüben Blick, ihr Bild wird
deutlich: jung, hübsch und mollig. "Ja", flüstert er, "Sie können
mir einen großen Gefallen tun. Ich habe immer gesagt, bevor ich das
Zeitliche segne, möchte ich eine Frau lecken, und das ist nun meine
letzte Chance. Was meinen Sie dazu?" Die Schwester ist sehr verlegen. "Wenn
Sie mich bloß um etwas anderes gebeten hätten!" sagt sie. "Ich
habe nämlich gerade meine Periode." "Was zum Teufel macht mir das
aus? Morgen früh bin ich tot."
Am nächsten Morgen kommen die Verwandten mit dem Testament angeschlichen und spähen ins Bett des Sterbenden, um festzustellen, ob er in der Lage sei, die Unterschrift zu leisten. Das Bett ist leer. Sie suchen überall, können ihn aber nicht finden und stürzen ans Telefon, um in der Leichenhalle anzurufen. Plötzlich hören sie aus dem Badezimmer ein Geräusch. Sie stoßen die Tür auf, und da steht der Mann in der Pyjamahose vor dem Waschbecken, rasiert sich und pfeift ein Lied. "Ja, liegst du denn nicht im Sterben?" rufen die Anverwandten. "Im Sterben?! Noch so eine Transfusion, und ich lebe ewig!" |
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| Fortschritte machte
die Wissenschaft vom menschlichen Körper. Plinius beschrieb noch 100
n. Chr. die schreckliche Wirkung des Menstruationsblutes: "Nicht leicht
wird man etwas finden, das ungeheuerlichere Wirkungen als der Wochen- und
Monatsfluss der Frauen hervorbringen kann. Denn kommen sie während
der Zeit ihres Unwohlseins in die Nähe eines Gefäßes mit
Wein oder schreiten darüber hinweg, so wird er augenblicklich sauer,
mag er noch so jung sein. Die Feldfrüchte verdorren durch ihre Berührung
und kommen um." Andererseits kann man Raupen, Käfer, Würmer und sonstiges Ungeziefer von Feldern und Gärten vertreiben, wenn man eine menstruierende Frau mit einem bis über die Hinterbacken aufgeschürztem Gewand hindurchgehen lässt. Die im Weingarten vergrabene Monatsbinde einer erstmalig menstruierenden Jungfrau vertreibt sogar Hagelwolken. Der 100 Jahre später in Rom arbeitende Arzt Galen sah die Sache schon sehr viel nüchterner und moderner. Er erklärte das biologische Phänomen Menstruation schlicht mit natürlich scheinenden, in Wahrheit aber nur sozialen Bedingungen: "Entlastet die Natur nicht jede Frau, indem sie bei ihr monatlich das überflüssige Blut abstößt? Da die Frau eine große Menge von Säften anspeichert, indem sie das Haus nicht verlässt, nicht schwer arbeitet und sich nicht der Sonne aussetzt, ist die Menstruation zur Entlastung dieser Fülle notwendig." |
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| Immerhin glaubte
Galen, gewiss kein Armenarzt, dass körperliche und geistige Störungen
keine Göttersstrafe, sondern rational erklärbar seien. Sympathisch
auch sein Vorschlag, bei fehlenden Koitusmöglichkeiten zu masturbieren,
damit der angesammelte Samen nicht giftig werde. Ausdrücklich lobte
er den griechischen Philosophen Diogenes, von dem überliefert ist,
dass er - der Gesundheit wegen - häufig masturbiert hat. Nur wenn es um die männliche Vorherrschaft geht, teilt auch Galen die Lächerlichkeit seiner griechischen Vordenker: "Nun, gerade so wie die Menschheit das Vollkommenste unter allen Tieren ist, so ist innerhalb der Menschheit der Mann vollkommener als die Frau, und der Grund für seine Vollkommenheit liegt an seinem Mehr an Hitze, denn Hitze ist der Natur wichtigstes Werkzeug." Ein Mann besucht
mit seiner Frau ein Varieté und verfolgt die Darbietungen von einem
besonders guten Platz in der ersten Reihe aus. Ein Mädchen erscheint
in einem hauchdünnen Trikot auf der Bühne. Der Mann besieht sich
das wunderschöne Geschöpf und fängt dann derartig an zu
lachen, dass alle Gäste auf ihn aufmerksam werden. Seine Frau ermahnt
ihn, er solle sich zusammennehmen und fragt ihn, worüber er sich denn
so amüsiere. Schließlich bringt er seine unbändige Heiterkeit
so weit unter Kontrolle, dass er ihr ins Ohr flüstern kann: "Ich dachte
gerade daran, was das wohl für ein Bild gäbe, wenn ich plötzlich
auf die Bühne springen und ihr mein Ding reinschieben würde,
während sie noch ihr Trikot anhat!"
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| Vielleicht aufgrund
eines mutterrechtlichen etruskischen Einflusses Anm.
ging es der römischen Frau trotz allen Frauenhasses rechtlich und
wirtschaftlich besser als ihren griechischen Geschlechtsgenossinnen. Selbstverständlich
war auch in Rom der Bruch einer Ehe durch die Frau ein Vergehen, an dessen
Aufdeckung der Staat äußerst interessiert war, stand ihm doch
in einem solchen Fall die Hälfte ihrer Mitgift zu. |
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| Während Römer
und Griechen ihre ehelichen Pflichten erfüllten, ansonsten aber ihre
Sexualität genüsslich, ja spielerisch auslebten, herrschten bei
den um ihr Überleben kämpfenden Stämmen des Nordens und
Südens strenge Zucht und Ordnung. Erstaunt berichtete Tacitus von
den Germanen: "Die Frauen leben in Zucht und Keuschheit... Eine Frau, die
ihre Keuschheit preisgegeben hat, findet kein Erbarmen.... Denn in Germanien
lacht niemand über Laster." Seit dem 7. vorchristlichen Jahrhundert kannten auch die Juden die Todesstrafe für Homosexualität. Sogar die Masturbation, in der Bibel nicht erwähnt, aber nach rabbinischer Überlieferung immer eine schwere Sünde, galt nach dem späteren Talmud als ein Verbrechen, das mit dem Tode bestraft werden musste, genauso wie der Geschlechtsverkehr mit einer menstruierenden und daher unfruchtbaren Frau. |
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| In ihrem Bemühen,
sich gegenüber ihren Nachbarn zu behaupten, erklärten die Juden
alle nicht der Fortpflanzung dienenden Sexualhandlungen für heidnisch.
Homosexualität wurde ihnen zum Zeichen der Verbundenheit mit einer
anderen Kultur, kein sexuelles, sondern ein politisches Verbrechen. Die
rigide Sexualmoral des Alten Testamentes sollte die Zahl der Israeliten
mehren und sie vor der Assimilation durch ihre feindlichen Nachbarn schützen.
Jeder Samen war kostbar und durfte nicht vergeudet werden. Daher verlangt
der Talmud - nicht zur Steigerung des Lustgewinns, sondern der Gebärhäufigkeit
- die regelmäßige Begattung der Ehefrauen: Kräftige Männer
ohne Beschäftigung sollen ihren Frauen täglich beiwohnen, Handwerker
einmal wöchentlich und nur geistig oder sonst sehr angestrengt Arbeitende
dürfen sich Pausen bis zu drei Monaten leisten. |
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| Dem Hoden als Quelle
des Bevölkerungswachtums (bei ihm schworen Juden und Römer Wie alle extrem patriarchalischen Gesellschaften erkannten auch die Israeliten die Frau als minderwertig und unrein. In ihren Gebeten dankten sie Gott, nicht als Weib geschaffen zu sein. Regenwetter im Himmel. Der heilige Petrus schlägt dem lieben Gott vor, doch wieder einmal auf die Erde hinunterzusteigen und sich wie in guten alten Zeiten zu amüsieren. "Nein, Petrus, nie wieder. Vor zweitausend Jahren habe ich eine Jüdin geschwängert, und noch heute wird darüber geredet." |
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| Erst vor dem Hintergrund
jüdischer Sexualfeindlichkeit und allgemeiner Frauenverachtung wird
die politisch wie sexuell revolutionäre Haltung Jesus Christi deutlich.
In keiner anderen Religion hat eine Sexualsünderin (Maria Magdalena)
einen so bedeutenden Platz erhalten wie im Christentum. Christus verachtete weltliche Autoritäten und folglich den Männerwahn. Für ihn war die Würde des Menschen unteilbar auch zwischen Mann und Frau. Erst die männlichen Nachlassverwalter drängten die Frau auf ihren untergeordneten Platz zurück und verdammten zwecks Unterscheidung der Christen von den Falschgläubigen und ihrer als verkommen empfundenen Moral jede sexuelle Lust. Anm. Die christliche Sexualmoral hat mit Jesus Christus nichts zu tun. Sie verdanken wir Leuten wie Paulus, Augustinus und Hieronymus. |
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| Der Apostel Paulus,
ein Mensch voller sexueller Komplexe, predigte: "Es ist dem Menschen gut,
dass er kein Weib berühre." Augustinus, dessen Schuldgefühle (Wunsch nach Inzest mit seiner Mutter Monica, Verlassen seiner Geliebten und des gemeinsamen Kindes |
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| Hieronymus, ebenfalls
ein Mann mit schlechtem Gewissen, wird aus der Frauenverachtung seiner
Vordenker einprägsame Lehren ziehen: "Die Frau ist die Pforte des
Teufels, der Weg der Bosheit, der Stachel des Skorpions, mit einem Wort
ein gefährlich Ding." Über drei Jahrhunderte dauerte es freilich, bis sich die Sexualmoral des Christentums, die Moral mäßig wohlhabender Leute Das Gebot sexueller Enthaltsamkeit trieb viele Gläubige in den Wahnsinn: Als die Hl. Lucia ein männliches Geschlecht sehen musste, riss sie sich die Augen aus |
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| Je stärker Menschen
ihre sexuellen Begierden bekämpfen, desto unerbittlicher werden ihre
Moralforderungen. Die Erniedrigung, Missachtung, Beschmutzung der Sexualität
ging wohl von Zölibatären aus, die einen harten Kampf gegen ihre
eigene Sexuallust führen mussten. Rom ging daher, wie ein Spötter behauptete, weniger an Ausschweifungen als an sexueller Enthaltsamkeit zugrunde. © 2001 Karl Pawek pawek@web.de |
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